VC-FLUGHAFENCHECK 2015

Die Vereinigung Cockpit bewertet traditionell einmal im Jahr die deutschen Verkehrs- und seit 1996 ebenfalls die Regionalflughäfen auf ihre relevanten Ausstattungsmerkmale. Neu im Jahr 2015 ist eine komplett umgestaltete Bewertungssystematik. Der VC-Flughafencheck stellt nicht mehr allein auf das Fehlen eines Ausstattungsmerkmals ab, sondern vergibt für jedes einzelne Merkmal eine Note. Diese Einzelnote kann je nach Befund von „sehr gut“ bis „ungenügend“ reichen.

DURCHSCHNITTSNOTE FÜR DIE DEUTSCHEN FLUGHÄFEN VON 2,1 (GUT)

Die Vereinigung Cockpit (VC) bewertet regelmäßig die fliegerisch wichtigsten Ausstattungsmerkmale der deutschen Flughäfen. In diesem Jahr erscheint unsere Bewertung erstmals in neuer Form und unter ihrem neuen Namen „VC-Flughafencheck.

Wir freuen uns, dass die sich auch nach der neuen Bewertungssystematik ergebende Durchschnittsnote von 2,1 unsere Aussagen der letzten Jahre bestätigt.

Ein Mittelwert verschleiert natürlich immer ein wenig die Werte in den Randbereichen. So gibt es auch in dieser Bewertung sehr positive Beispiele, wie die großen Flughäfen München, Leipzig/Halle, Frankfurt sowie Berlin/Schönefeld. Diese vier Flughäfen teilen sich die beste Bewertung mit einer Gesamtnote 1,6. Ebenso gibt es leider zwei Flughäfen in Deutschland, die nicht über die von ICAO geforderte Auslaufzone RESA (Runway End Safety Area) verfügen. Diese beiden Flughäfen wurden in der Kategorie RESA mit 4,5 bzw. 5,0 bewertet, was natürlich das Gesamtbild negativ beeinflusst. Trotzdem ist das Gesamtbild auch an diesen Flughäfen noch befriedigend.

Wichtig ist es uns als Berufsverband der deutschen Verkehrsflugzeugführer, einen einheitlich hohen Standard an den deutschen Flughäfen zu erreichen. Dieser Standard legt das Fundament für eine sichere Flugdurchführung. Zu beachten hierbei ist jedoch, dass der VC-Flughafencheck kein allumfassendes Bild von der Gesamtsicherheit eines Flughafens zeichnet. Die reine Ausstattung ist ein Baustein der Gesamtsicherheit. Weitere Faktoren können die Menge des Verkehrs, individuelle Maßnahmen zur Risikoabwehr oder besonderes Training der an- und abfliegenden Crews sein. Diese weiteren Maßnahmen werden im VC-Flughafencheck nicht untersucht.

DETAILLIERTERE BETRACHTUNG

Ebenfalls neu in der Bewertung ist ein fixer Bonus oder Malus, der vergeben werden kann. In der diesjährigen Bewertung kommt der fixe Malus von „0,5“ Notenpunkten lediglich bei einer vorhandenen Einschränkung der Landerichtung – abweichend von ICAO Dokument 8168 (PANS-OPS) – zur Anwendung. Aktuell ist dies in Deutschland lediglich in Hamburg der Fall. Hier wird im Bereich „Runways und Approach“ die Note pauschal um 0,5 Punkte verschlechtert, da die anfliegenden Piloten aus unserer Sicht unangemessen in der Wahl der Landerichtung beeinträchtigt sind.

Da diese Einschränkungen in aller Regel nicht von den Flughäfen selber veröffentlicht werden, sondern viel mehr von der Politik vorgegeben werden, soll dieser Malus als Appell an die Politik verstanden werden. Piloten müssen jederzeit die freie Wahl haben, in welche Richtung sie anfliegen wollen. Es darf hier keine die Sicherheit reduzierende Einschränkung geben! Eine Abweichung von den weltweit gültigen Standards der ICAO ist für die Vereinigung Cockpit nicht hinnehmbar.

Die Vergabe eines pauschalen Bonus wurde in diesem Jahr nicht vorgenommen. Ebenso sind die Bedingungen für eine solche Vergabe im Kriterienkatalog der Vereinigung Cockpit derzeit nicht festgeschrieben. Die Möglichkeit eines fixen Bonus soll für besondere, der Sicherheit dienlichen Maßnahmen bestehen. Da solche Maßnahmen in ihrer Vielfältigkeit kaum eingegrenzt werden können, haben wir uns entschlossen, diesen Bonus zukünftig im Einzelfall frei zu vergeben.

Den unseren Bewertungen zugrundeliegenden Kriterienkatalog werden wir regelmäßig anpassen und mögliche zukünftige Veränderungen des Standards angemessen berücksichtigen.

Mängellisten der vergangenen Jahre als PDF zum herunterladen: